Projekt Truhenorgel

Die Anschaffung einer Truhenorgel für den Meißner Dom zu unterstützen fand im Verein sofort Anklang. Da wir als Verein nicht über genügend Eigenmittel verfügten, entschieden wir uns, bei der Ostsächsischen Sparkassenstiftung einen Förderantrag zu stellen. Bekannt war, dass die Kosten für die Orgel zu je einem Drittel vom Hochstift Meißen, vom Dombauverein Meißen e.V. und aus Spenden bestritten werden sollten.

Wir erhielten die Zusage für 4000€ unter der der Maßgabe, dass die Stadt Meißen sich mit 1000€ beteiligt, was über die Meißner Stadtwerke realisiert wurde.

Nebenher wurde weiter für Privatspendenspenden geworben. Zur Langen Nacht 2015 konnten bei Weinausschank und Fettbemmchen im Gegenzug Spendengelder gesammelt werden.

Wir als Verein freuen uns riesig, dass der Meißner Dom nun eine eigens für diesen Raum geschaffene Truhenorgel erhalten hat und die hohe Qualität und Breite der Meißner Dommusik zu erweitern hilft.

Nachfolgend sind Details zur Bauweise und zur Orgelwerkstatt von Andreas Schiegnitz aufgelistet sowie einige Bilder.

Die technischen Details der Truhenorgel von Orgelbaumeister Andreas Schiegnitz

Disposition

Copel 8`

Holzgedeckt (weite Mensur), Deckel und Boden aus Akazie, Seiten aus Fichte. Innen mit Bolus (erdpigmentierte Farbe auf Kaseinbasis) ausgestrichen zur besseren Klangbündelung

Principal 8`

Offen ab c° aus Elsbeer/Rotzeder, Innen mit Bolus

ausgestrichen zur besseren Klangbündelung. Stimmvorrichtung mit Holzplättchen/Zinndeckeln

C-H als Transmission aus Copel 8`, c°-a° als Transmission aus Flöte 4`

 

Flöte 4`

Offen ab C aus Elsbeer/Rotzeder, Innen mit Bolus ausgestrichen zur besseren Klangbündelung. Stimmvorrichtung mit Holzplättchen/Zinndeckeln

Octav 2`

Offen aus Elsbeer/Rotzeder, Innen mit Bolus ausgestrichen zur besseren Klangbündelung. Stimmvorrichtung mit Holzplättchen/Zinndeckeln

Klaviatur

verschiebbar auf a´ = 415 / 440 / 465 Hz

Tonumfang C - f´´´

Windversorgung                           

Keilbalg mit Vorbalg und isoliertem Motor im Untergehäuse

Gehäuse                                           

Libanonzeder mit Schellackpolitur

Orgelbau- Musikwerkstatt von Andreas J. Schiegnitz

Die Orgelbau- Musikwerkstatt von Andreas J. Schiegnitz, heute in Albsheim/ Grünstadt in der Pfalz ansässig, wurde im Frühjahr 1998 in Preußisch Oldendorf (Westfalen) gegründet. Im elterlichen Haus musikalisch gebildet, beginnt Andreas J. Schiegnitz (geb. 1966) nach Studien der Musikwissenschaften in Berlin eine Orgelbaulehre bei Josef Maier in Lindau.  Wanderjahre führen ihn unter anderem nach Österreich und Marburg  an der Lahn zu Gerald Woehl. Hier runden eine intensive Tätigkeit als Intonateur und Orgelrestaurator seine Studien ab. 1998 erhält er seinen Meisterbrief. Die Auseinandersetzung mit der süddeutschen Orgelbautradition bildet den Ausgangspunkt zu zahlreichen Studienfahrten in die verschiedensten europäischen Orgellandschaften. Der andauernde Austausch und die Zusammenarbeit mit Musikern und anderen Künstlern unterschiedlichster Genres, ist durch diverse auch kammermusikalische CD-Produktionen dokumentiert. Die Aufnahmen mit Instrumenten aus der Werkstatt von Andreas J. Schiegnitz zeigen den musikalischen und gestalterischen Anspruch, mit dem man sich hier den Herausforderungen von Neubau und Restaurierung stellt. Das hohe handwerkliche Niveau, auf dem hier gearbeitet wird, dient einzig der Verwirklichung von Klang und musikalischem Ausdruck. Die Frage der Mensurierung und Intonation wird in jedem Raum neu gestellt, eine auf den Menschen ausgerichtete Klangwelt ist das Ziel. Im Bereich der Kammerorgel und der Hausorgel wurden Klang und Bauweise der Holzpfeife immer weiter verfeinert. Zahlreiche Orgeln aus dem 18. und frühen 19. Jhd. sind im Laufe der Zeit nach musealem Standard restauriert worden. Nahezu alle Teile werden in eigener Werkstatt gefertigt.

Amtsblatt Meißen 24.10.2014

Dom erhält eine Truhenorgel

Spenden für den Bau eines mobilen Instrumentes übergeben

Die Meißner Sparkassenstiftung und die Meißner Stadtwerke GmbH beteiligen sich jeweils mit 4.000 und 1.000 Euro am Bau einer neuen Truhenorgel für den Dom.

Das mobile Instrument wird auch als Chororgel bezeichnet. Es soll für die Arbeit des Domchores und der Domkurrende, aber auch bei Oratorienkonzerten an den Spielorten der Dom-Musik in Meißen und bei Gastspielen zum Einsatz kommen.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, durch Anlegen von historischen Stimmungen und die Transportfähigkeit auf verschiedenen Kammertonhöhen mit Instrumenten historischer oder moderner Bauart zu musizieren. Um eine optimale Klanglösung für den Dom und andere Kirchen zu schaffen, hat Orgelbaumeister Andreas Schiegnitz im September 2013 erste Klangproben im Meißner Dom gemacht.

Daraus wurde eine Konzeption entwickelt, die ein Instrument mit vier klingenden Registern vorsieht.

Insgesamt beträgt der Finanzierungsaufwand für die Truhenorgel ca. 41.000 €uro.

Ein Großteil dieses Betrages wird durch den Dombauverein Meißen e. V., dem Hochstift Meißen und Spenden finanziert. Wenn alles gutgeht, soll das Instrument schon zu Beginn der Adventszeit erstmalig im Dom erklingen.

Vorstellung der Truhenorgel am 02.05.2015 durch Domkantor Jörg Bräunig

Die Truhenorgel im hohen Chor

Blick ins Innere der Truhenorgel